Seit über 15 Jahren im Radio

Vor langer langer Zeit, als man noch nicht wusste, was ein Podcast ist und Wetterberichte sich eher wie Grabreden anhörten, entstand die Idee für das Unterhaltungsformat "Der Wetter-Talk": jeden Morgen erzählt Micha („Better-Wetterman“) André live per Telefon, wie das Wetter wird. Bei der Gelegenheit wird gleich noch das ein oder andere aktuelle Thema aus Feuilleton und Boulevard besprochen, was meist in einem kurzweiligen Schlagabtausch endet.

Im Podcast können wir endlich länger

Schon so mancher Wetter-Talk fand aufgrund des Sendeplans ein abruptes Ende, obwohl man gerade erst so richtig in Fahrt war. Denn die Zeit im Radio ist knapp - besonders morgens, wenn auch noch andere Inhalte gefragt sind. Beim Podcast "Klein aber Hardt" ist das anders: endlich spielt Zeit keine Rolle und es kann noch mehr zur Sache gehen. Trotz der langjährigen Talk-Erfahrung ist der Podcast auch ein Stück Neuland. Wir sind neugierig und offen für neue Erfahrungen. Natürlich interessiert uns euer ehrliches konstruktives Feedback.

 

 

Über Michael Klein

Die Familienchronik berichtet, dass ich schon früh ein gewisses journalistisches Gespür und vor allem „Sendungsbewusstsein“ entwickelt hätte: Während ich das unschuldige Spiel mit Bauklötzen vortäuschte, soll ich klammheimlich Familiengeheimnisse recherchiert haben, um diese bei möglichst unpassender Gelegenheit einer größeren Öffentlichkeit von Tanten und Nachbarn zu präsentieren. Zwei Karrierewege lagen also auf der Hand: Entweder IM oder IMM („Irgendwas mit Medien“). Dem Lauf der Geschichte und der damit sinkenden Nachfrage haben wir es zu verdanken, dass aus mir kein Top-Spion wurde. (Es wären die meisten bei „Mein Name ist Klein, ganz klein“ auch sicherlich eher geschüttelt und nicht gerührt.).

 

Nach den Bauklötzen folgten Kindergarten und Schule und die nächsten Gewissenskämpfe zwischen Elektrobaukasten und Kassetten-DJ, zwischen Regensammler und CD-Sammlung, zwischen Computer AG und Radio AG, zwischen Wetterstation und Radiostation, zwischen Roboterbauer und Radiofuzzi. Eigentlich hätte ich den Weg in die Seriosität dann fast noch geschafft: Mathe-Physik-Abitur! Und dann hätte der Berufsberater mit seiner Empfehlung „Hörgeräteakkustiker“ fast auch noch dafür gesorgt, dass ich morgens nur in ganz wenige Ohren komme…Es kam anders und kurze Zeit später moderierte ich die Musikwunschsendung meines Heimatsenders in Nordrhein-Westfalen. Und Überraschung: Auch im Radio gibt es Wetter!

 

Durch wundersame Fügung verbanden sich plötzlich die Dinge, alles bekam einen Sinn. Als dann auch noch jemand das Internet erfand, zahlten sich sogar noch Computer AG und Elektrobaukasten aus und mit „Donnerwetter.de" starteten wir eine der ersten deutschen Wetterseiten. Diese äußerst zielstrebige, geradlinige und fundierte Grundausbildung ist natürlich die allerbeste Basis, um zu einer Uhrzeit, in der die meisten gesunden Gehirne noch in der Auftauphase sind, über das Paarungsverhalten großstadtnaher Rehböcke, die Toilettennutzungsgebräuche in asiatischen Inselstaaten oder den geistigen Gesundheitszustand von Fernseh-Dschungelbewohnern diskutieren zu können. Und das Wetter. Falls dafür noch Zeit sein sollte. Denn das nächste Käffchen wartet schon…

 

 

 

Über André Hardt

Eigentlich bin ich ein notorischer Morgenmuffel. Das ich trotzdem seit mehr als 15 Jahren die Morgensendung moderiere, grenzt also an ein Wunder. Ich führe gewissermaßen ein Leben gegen meine Natur, gegen mein Erbgut, das mich genetisch dazu bestimmt hat, ein Langschläfer zu sein. Die Erklärung für diesen Widerspruch ist relativ einfach: Wenn ich morgens um vier ins Badezimmer komme und gezwungen bin, in den Spiegel zu schauen, wird mir sofort die grauenhafte Realität vor die müden Augen geführt, dass ich nämlich beim Radio, wo mich kaum jemand zu Gesicht bekommt, genau richtig bin.

 

Das kleine, aber mega großartige Team, mit dem ich seit 15 Jahren zusammenarbeiten darf, hat sich längst an diesen traurigen Anblick gewöhnt. Während der ersten Schritte in den Tag sind die Kollegen dann extrem einfühlsam und rücksichtsvoll zu mir. Sie behandeln mich wie einen langjährigen Pflegepatienten, der morgens erstmal seine Medizin braucht: Ein paar Liter Kaffee und eine Tafel Schokolade - schon sieht die Welt gar nicht mehr so schlecht aus. Das rote Lämpchen geht an, wir sind auf Sendung und mir wird schlagartig klar, dass ich trotz meines zerknitterten Morgenmuffelgesichts, den schönsten Job der Welt habe.

 

Der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Radioleute, Politiker und Pfarrer sollten erstmal ein bisschen am richtigen Leben geschnuppert haben, bevor sie zu ihrem Beruf kommen. Bei mir fing es damit an, dass ich nach dem Abitur zunächst einen richtigen Beruf gelernt habe: Montageschlosser. Schon wieder eines dieser Wunder, denn wenn es jemanden gibt, der zwei linke Hände hat, dann bin ich das. Nachdem der Schaufelradbagger, den ich geholfen hatte zu montieren, im Lausitzer Braunkohlerevier fast wieder auseinandergefallen wäre, habe ich es lieber mit einem Studium versucht: Literatur. Das wurde mir irgendwann zu langweilig.

 

Über die Stationen Krankenpfleger, Kulissenschieber am Theater, Buchverkäufer und Kurierfahrer kam ich dann endlich zum Radio. Zufällig und unbestimmt hatte ich meine Bestimmung gefunden. Was mich bis heute antreibt ist meine Neugier. Die Neugier auf jeden neuen Tag. Es passiert soviel. Das Einzige, was nicht passiert ist, dass nichts passiert. Und es ist ein wundervolles Privileg, morgens beim Radiohörer mit am Frühstückstisch zu sitzen, im Auto oder unter der Dusche - wir dürfen die Ersten sein, die ihm die Neuigkeiten des neuen Tages überbringen. Das ist toll, das ist die Leidenschaft, die mich antreibt, stärker als mein Morgenmuffel-Gen.